Übersicht zu Reitabzeichen
Ratgeber Pferde-Reitabzeichen: Abzeichen im Distanzreiten
Distanzreiten (engl. Endurance Riding) ist ein Pferdesport: Große Entfernungen werden so schnell wie möglich zu Pferd überwunden. Die Disziplin erfordert entsprechende Kenntnisse und eine sehr gute Fitness des Reiters. Distanzritte werden in verschiedenen Schwierigkeitsstufen durchgeführt – entsprechend bietet die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) in Kooperation mit dem Verein deutscher Distanzreiter und -fahrer e. V. (VDD) dreierlei Optionen des Distanzreitabzeichens an.
Stufen des Distanzreitabzeichens
- Stufe 1. Voraussetzungen für das Abzeichen im Distanzreiten Stufe 1 sind ein Mindestalter des Prüflings von zehn Jahren, der Besitz des Reitpasses sowie das Absolvieren eines Erste-Hilfe-Kurses (innerhalb der letzten vier Jahre). Wer diese Bedingungen erfüllt, kann sich für das Abzeichen im Distanzreiten anmelden.
Im praktischen Prüfungsteil muss ein Gruppenritt von etwa 25 bis 39 Kilometern absolviert werden (Tempo ca. 8 km/Std.). Zudem muss der Prüfling das Pferd auf dem Außenplatz sowohl unter dem Sattel als auch an der Hand vorstellen und ein geeignetes Pferd nach Anweisung auf dem Außenplatz oder in der Halle Reiten. Das Beherrschen des Pferdes und ein ausbalancierter geschmeidiger Sitz (sowohl in der Bahn als auch im Gelände) sind die entscheidenden Kriterien, um die Praxis zu bestehen. Auch den Ablauf eines Distanzrittes – d. h. korrektes Vortraben, Pulsmessen und eine witterungsangepasste Versorgung des Pferdes – muss der Prüfling beherrschen.
In der theoretischen Prüfung werden allgemeine Kenntnisse in Pferdekunde und -haltung (unter Berücksichtigung der Versorgung des Pferdes unterwegs) sowie fachspezifisches Wissen für den Distanzritt abgefragt. Im Fokus stehen dabei Orientierung, Wetterkunde, Reiten im Straßenverkehr, Verhalten bei Unfällen als auch Kenntnisse zum angemessenen Tempo während des Distanzritts (Beurteilung + Einhaltung). Der Prüfling sollte auch Grundkenntnisse zu dem VDD-Reglement vorweisen können.
Ebenso wie beispielsweise beim Abzeichen im Jagdreiten steht am Ende als Ergebnis „bestanden“ oder „nicht bestanden“.
- Stufe 2. Wer sich für das Distanzreitabzeichen Stufe 2 interessiert, muss den deutschen Reitpass und das Abzeichen im Distanzreiten Stufe 1 vorweisen. Der Prüfling muss mindestens 13 Jahre alt sein. Ein Erste-Hilfe-Kurs ist auch hier selbstredend obligatorisch.
Die praktische Prüfung spielt sich zunächst auf dem Außenplatz ab: Das Pferd wird an der Hand vorgestellt. Anschließend erfolgt ein Distanzritt von ca. 60 bis 79 Kilometern – dieser findet nicht in der Gruppe statt, sondern einzeln! Nach Absprache mit dem Lehrgangsleiter kann der Prüfungsablauf variiert werden: Zur Wahl stehen die Prüfung auf einer Prüfungssimulation oder aber auf einem Wettkampf.
Im theoretischen Teil wird das Wissen der Stufe 1 vertieft. Schwerpunkte sind außerdem Planung und Durchführung von Distanzritten unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit der Tiere, die gezielte Vorbereitung auf mittelschwere Distanzritte und Verfahren zur Genehmigung von Distanzritten.
Auch bei dieser Prüfung entfallen Noten – man hat entweder „bestanden“ oder „nicht bestanden“.
- Stufe 3. Das Mindestalter für das Absolvieren der dritten Stufe liegt bei 14 Jahren. Auch hier muss ein Erste-Hilfe-Kurs und natürlich das Abzeichen im Distanzreiten Stufe 2 vorliegen. Als zusätzlicher Nachweis muss eine Bescheinigung über die Teilnahme und Beendigung in der Wertung bei langen nationalen Ritten eingereicht werden.
Im praktischen Prüfungsteil müssen die unter 21-jährigen Prüflinge einen 120 Kilometer langen Ritt, ältere Teilnehmer einen 160-km-Ritt unter Wettkampfbedingungen leisten.
Die Fütterung und Haltung von Distanzpferden, Hufbeschlag und konditionelle Vorbereitung von Reiter und Pferd, Organisation und das FEI-Reglement stehen im Vordergrund der Theorie
Am Ende steht als Ergebnis „bestanden“ oder „nicht bestanden“.
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